Montag, 9. April 2018

Nacht der Hexen


Eigentlich hatte ich keine Ahnung, was mich bei diesem Roman erwartet. Ich bekam es vergangenen Herbst geschenkt, nachdem ich mich über einen anderen Roman beklagte, dass die Idee dazu zwar interessant, aber ziemlich schlecht und wirr geschrieben wäre. Schade, denn ich wollte der Autorin wirklich eine Chance geben und machte mich sogar an den zweiten Teil ihrer Trilogie - aber da brach ich letztendlich doch nach ca. der Hälfte des Buches ab. Ich habe nicht viel Freizeit zum Lesen. Also, warum sollte ich Bücher lesen, deren stellenweise mittelmäßiger Schreibstil, Logik- und Zeitfehler mich alle Nase lang ärgerten? Nein, das muss nicht sein.

Ich gebe zu, "Nacht der Hexen" stand nicht ganz oben auf meiner Leseliste. Zuerst waren ein paar andere Romane dran, die mich überraschender Weise fesselten. Aber darüber an anderer Stelle mehr. Dieses Buch fing ich an, weil ich etwas simples beim Sport lesen wollte. Genauer gesagt beim Aufwärmen auf dem Rad im Sportstudio. Mir ist da langweilig und ich bin nicht so die Sportskanone, die total motiviert ins Studio rennt. Aber es muss sein und die Gesundheit dankt es mir. Meistens jedenfalls. Deswegen habe ich angefangen, wieder vermehrt zu lesen. Und die halbe Stunde auf dem Rad bietet sich da ganz gut an.

In Sachen Fantasy bevorzuge ich normalerweise Romane im Stile von "Herr der Ringe". Also, so richtig Fantasy. Andere Welten, andere Wesen, von mir aus auch Magie und sonstige Fantastereien. OK, bei "Nacht der Hexen" ist auch Magie enthalten. Aber Hexen- und Zauberermagie. Allerdings führt mich die Autorin ins Land der (angeblich) unbegrenzten Möglichkeiten, sprich USA, in einen Vorort von Boston. Wie der Titel schon sagt in die Welt der Hexen und Zauberer... und Dämonen, Halbdämonen, etc. - etwas, wovon ich echt keine Ahnung habe und worüber ich bisher auch nicht wirklich gelesen hatte.

Das mag einen vielleicht wundern, da ich schon seit Jahren die Fernsehserie "Supernatural" schaue. Aber da gibt es anderen Input über Hexen und eigentlich auch nicht ernsthaft viel. Es ist eben simple Fernsehunterhaltung. Mehr nicht - auch wenn einige Staffeln richtig gut sind. Bei diesem Roman musste ich doch zwischendurch mal Googeln, denn was z.B. ein Grimorium ist konnte ich zwar beim Lesen ableiten und verstehen, aber so wirklich geläufig war mir der Begriff nicht.

Leider ist dies schon der dritte Teil einer Reihe (von insgesamt 9 oder mehr), sodass ich dankbar um die eingeflochtenen Informationen der vorherigen Bänder war, um manche Zusammenhänge besser zu verstehen. Ich denke, dass ich in absehbarer Zeit es auch mal mit den anderen Teilen versuchen werde, denn ich wurde gut unterhalten.

Und unterhaltsam war es definitiv. Aus der Ich-Perspektive geschrieben ein wenig ungewöhnlich, aber Kelley Armstrong hat dies richtig gut gemacht. Sie führt auf eine interessante Weise durch die Geschichte, spricht quasi den Leser fast direkt an und an ein paar Stellen werden die Geschehnisse durch die Erzählung ein wenig abgekürzt, um die Vorgänge nicht unnötig in die Länge zu ziehen. Meiner Meinung nach sehr gut gelöst.

Was das Buch für zwischendurch und als nicht allzu schwere Kost zudem auch noch lesbar macht ist die Tatsache, dass man mit der Anzahl an Charakteren nicht erschlagen wird. Im Grunde sind es eine Hand voll Hauptcharaktere, die für die Geschichte relevant sind und ungefähr genauso eine Hand voll Nebencharaktere, welche die Geschehnisse begleiten. Selbst bei unfreiwilligen Lesepausen hatte ich somit keine Schwierigkeiten, in die Geschichte wieder einzusteigen.

Wer also mal Lust auf Urban Fantasy gespickt mit etwas Humor und Spannung hat, kann bei diesem Buch getrost zugreifen. Wie gesagt, mir hat es gut gefallen und ich kann es mir gut vorstellen, es irgendwann nochmal zu lesen.

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